Häufig gestellte Fragen

Während der Gespräche mit den Stakeholdern wurden bereits zahlreiche Fragen beantwortet. Wir haben diese hier aufgelistet. Sie können Ihre Fragen auch während der Öffentlichkeitsbesprechungen an die Vertreter des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klima EZK und ONE-Dyas richten. Sie können auch eine E-Mail schicken. Schicken Sie Ihre Frage und Sie werden so schnell wie möglich eine Antwort erhalten.

Nutzen und Notwendigkeit von Gas

Die Niederlande setzen sich für eine CO2-neutrale Energieversorgung im Jahr 2050 ein. Die Niederlande benötigen während dieser Energiewende nach wie vor Gas. Die Gasförderung in den Niederlanden ist umweltfreundlicher und billiger als Gas aus dem Ausland. Deshalb die Gasförderung in den Niederlanden, wo diese sicher und verantwortungsbewusst durchgeführt werden kann.

ONE-Dyas prüft, ob die Produktionsplattform (und veilleicht auch die Bohrplattform) über die Stromversorgung eines deutschen Windparks elektrifiziert werden kann. Bisher wurde Strom mit Gas und Diesel erzeugt. Bestehende Techniken können verwendet werden, um Emissionen nach die Luft zu verringern, wobei ONE-Dyas zusätzliche Schritte unternehmen möchte, um die Emissionen weiter zu verringern. ONE-Dyas möchte mit neuesten Erkenntnissen und Erfahrungen einen Beitrag zur Förderung der Energiewende leisten.

Sichtbehinderung

Die Plattform liegt etwa 20 Kilometer vor der Küste nördlich von Schiermonnikoog und Borkum. Diese Plattform hat eine Höhe von ungefähr 50 Metern über der Wasseroberfläche und ist bei klarem Wetter von Schiermonnikoog und Borkum aus sichtbar. Die sichtbare Abmessung ist vergleichbar mit der Höhe vorbeifahrender Schiffe.

Bohrplattform (6. Juli 2017) ausgesehen vom Standort Badstrand de Marlijn, Schiermonnikoog. Diese temporäre Bohrplattform befand sich am vorgesehenen Plattformstandort und hatte eine Höhe von 138 Metern.

 

 

ONE-Dyas möchte die Sicht so weit wie möglich einschränken, indem es nur eine Plattform wählt. Der vorgesehene Standort bietet die besten Möglichkeiten, mehrere Gasfelder von einer Produktionsplattform aus zu erschließen. Gleichzeitig sorgt die nördliche Lage für minimale Sichtbarkeit von den niederländischen und deutschen Watteninseln aus.

Auswirkungen auf Natur und Umwelt

ONE-Dyas untersucht die Möglichkeit, die Prozesse auf der Produktionsplattform elektrisch zu steuern. ONE-Dyas untersucht auch, ob es möglich ist, die Bohrplattform mit Windenergie zu betreiben und mit dem benachbarten Windpark Borkum-Riffgat zu verbinden. Dies bedeutet eine noch stärkere Reduzierung der Emissionen in die Luft.

ONE-Dyas hat zur Erforschung wo die Trübung und Ablagerung stattfindet eine Rauchfahnenstudie durchgeführt. ONE-Dyas untersucht auch, ob und wie viel Schaden dadurch für Schalentiere, Fische und Fischlarven entsteht. ONE-Dyas möchte den Abfluss von Bohrschlamm und Spülwasser reduzieren. Dies erfolgt durch Anpassung der Reihenfolge des Bohrens in den verschiedenen Sektionen der Bohrlöcher. Dadurch kann der WBM („Water-Base Mud“) länger verwendet werden, was bedeutet, dass weniger benötigt wird und weniger abgelassen werden muss. .Für einige unterirdische Gesteine ist es erforderlich, Bohrschlamm auf Ölbasis („Oil-based Mud“ oder OBM) zu verwenden. Die OBM- und das Spülwasser aus diesen Abschnitten werden  an Land gebracht und dort weiterverarbeitet.

Während der Bohrarbeiten ist das Pfählen des ersten Stahlrohrs (Leiter, Durchmesser 75-90 cm) in eine Tiefe von etwa 50-80 Metern unter dem Meeresboden die stärkste Schallquelle. Die Auswirkungen können durch verschiedene Techniken begrenzt werden, die den Unterwasserlärm auf Standards reduzieren, welche Meeressäugetiere nicht schädigen, unter anderem:

  • Das Bohren oder einvibrieren des Standrohrs anstatt zu pfählen
  • Die Verwendung von Blasengittern

Während der seismischen Untersuchung kommt es durch den Einsatz sogenannter „Luftgewehre“ zu Unterwassergeräuschen. Wenn eine angepasste Starttechnik („Soft-Start“) verwendet wird, werden Meeressäugetiere angeregt zu Beginn der Untersuchung von der seismischen Quelle wegzuschwimmen. Die Erfahrung der letzten fünf Jahre zeigt, dass vorübergehende oder dauerhafte Hörschäden dieser Tiere mit diesen Techniken ausgeschlossen werden können.  Untersuchungen haben gezeigt, dass die Meeressäugetiere innerhalb weniger Stunden nach Abschluss der seismischen Untersuchung zurückkehren. Besondere Beachtung wird auf die Vermeidung der Auswirkungen auf Kälber gelegt, welche zwischen April und August geboren wurden. In diesem Zeitraum werden keine seismischen Untersuchungen durchgeführt.

Muscheln und Austern reagieren auf Unterwassergeräusche, indem sie ihre Schallen schließen, wodurch die Nahrungsaufnahme vorübergehend stillsteht. ONE-Dyas hat inzwischen den Auftrag erteilt, vorhandene Literatur zu diesem Thema zu untersuchen. ONE-Dyas ist auch bereit, zusätzliche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf ungeschützte Arten, wie Schalentiere und Krebstiere durchzuführen. In der UVP wird untersucht, mit welchen Techniken die Auswirkungen der Aktivitäten auf ein Mindestmaß begrenzt werden können.

ONE-Dyas möchte die Häufigkeit und Dauer des Abfackelns so gering wie möglich halten. Aus diesem Grund wird ONE-Dyas die Prüfung neu-erschlossener Gasfelder nach dem Bohren so weit wie möglich über das Handhabungsverfahren laufen lassen. Sollte dennoch ein Abfackeln erforderlich sein, wird ein Vogelbeobachter hinzugezogen werden um den geeigneten Zeitpunkt für das Abfackeln zu ermitteln. Das Abfackeln wird so oft wie möglich tagsüber durchgeführt. Dieses Protokoll wird von ONE-Dyas standardmäßig angewendet. Bisher gab es keine Zwischenfälle mit Vögeln.

Gasförderung und Naturentwicklung müssen sich nicht ausschließen. Fünfhundert Meter um eine Bohrplattform darf keine andere Aktivität stattfinden. Dies bedeutet zum Beispiel, dass keine Schifffahrt oder Fischerei mit grundberührenden Fanggeräten stattfindet. Dadurch kann sich das Meeresleben ungestört entwickeln. Die Plattform bietet ein hartes Substrat, auf dem sich Flora und Fauna (einschließlich Schalentiere) entwickeln können. ONE-Dyas möchte gemeinsam mit Naturorganisationen einen Monitoring-Vorschlag für neue Studien erarbeiten.

Nach Abschluss der Gasgewinnung werden alle Bohrungen demontiert. Die Plattform wird entfernt, die Ankerpfähle der Plattform werden 6 Meter unter dem Meeresboden abgeschnitten und entfernt. Das bedeutet, dass sich die Fanggeräte nicht festhaken können. Dazu schreibt ONE-Dyas zunächst einen Arbeitsplan, der von der staatlichen Bergbaubehörde genehmigt werden muss. Alles wird in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

ONE-Dyas ist sich bewusst, welche Auswirkungen das Projekt auf die Umwelt haben kann. ONE-Dyas möchte ein verlässlicher Partner und ein guter Nachbar sein. ONE-Dyas bemüht sich ausdrücklich und proaktiv um den Dialog und eine mögliche Zusammenarbeit mit den Stakeholdern. ONE-Dyas konzentriert sich darauf, eine Kumulierung auszuschließen, die Auswirkungen zu mildern und nach Möglichkeiten zu suchen, um durch einen Beitrag zur Energiewende und zur Entwicklung der Natur einen sozialen Mehrwert zu schaffen.

Bodensenkung

Die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Absinkens sind im von einer unabhängigen Forschungsagentur erstellten Bericht über das Absinken des Bodens beschrieben. Die Auswirkungen der Bodensenkung auf Natur und Umwelt werden in der UVP erörtert.  Der Senkungsbericht und die Analyse des Erdbebenrisikos sind Teil des Abbauplans, dem die EZK zustimmen muss. Der Abbauplan und die Genehmigung werden zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt.

Bei Schalentieren ist die Wassertiefe einer der Faktoren, die bestimmen, ob sie an einem Ort gedeihen. Daneben spielen beispielsweise auch Strömung und Salzgehalt eine Rolle. Das Erhöhen der Wassertiefe kann sich daher auf das Habitat von Muscheln auswirken. Austern leben in Wassertiefen bis zu 60 Meter. N05-A liegt in der Deutschen Bucht, welche als eine dynamische Umgebung mit starken Winden, Gezeitenströmen und Wellen bis zu sechs Meter hoch bekannt ist. Die Dynamik dieser drei Phänomene wirkt sich auf die Sandverdrängung aus. Die durchschnittliche Wassertiefe bei N05-A beträgt mehr als zwanzig Meter. Einige Zentimeter werden in diesem dynamischen Umfeld kaum einen Unterschied machen. Die Auswirkungen der Erhöhung der Wassertiefe auf Muscheln werden in der UVP weiter untersucht.

Die geologische Zusammensetzung im GEMS-Gebiet und das Reservoir, in dem sich Gas befindet, besteht aus gut durchlässigem Sandstein. Möglicherweise muss kein Fracking anwenden werden. Die Techniken, welche in gegebenen Fällen angewendet werden, einschließlich der möglichen Anwendung der hydraulischen Stimulation, sind im Extraktionsplan beschrieben.

Kollisionen

In einem Umkreis von 500 Metern um eine Plattform ist die Schifffahrt verboten. Die Plattform wird mit einem Automatic Identification of Shipping System (AIS-System) ausgerüstet werden. Ein Antikollisions-system, bei dem der Alarm ausgelöst wird, bevor eine mögliche Kollision auftritt. In den Gasbohrlöchern befindet sich ein unterirdisches Sicherheitsventil: Ein Ventil, das bei einer Kollision die Bohrlöcher automatisch schließt. Es gibt auch Navigationslichter und während des Bohrens ist immer ein Standby-Boot vorhanden. ONE-Dyas führt immer mehrere Sicherheitsstudien für neue und bestehende Aktivitäten durch, einschließlich einer Untersuchung der Kollisionsrisiken von Schiffen. Die UVP enthält ein separates Kapitel über die Sicherheit und den damit verbundenen Umweltauswirkungen.

Load More