Häufig gestellte Fragen

Während der Gespräche von ONE-Dyas mit den Stakeholdern wurden zahlreiche Fragen gestellt und beantwortet. Wir haben sie hier aufgelistet. Ist Ihre Frage nicht dabei? Sie können uns gerne eine E-Mail schicken.  Sie werden so schnell wie möglich eine Antwort erhalten.

Nutzen und Notwendigkeit von Gas

Die Niederlande und Deutschland setzen sich für eine CO2-neutrale Energieversorgung im Jahr 2050 ein. Während dieser Energiewende wird Erdgas benötigt werden. Mit niederländischem Erdgas kann die Energiewende beschleunigt werden. Es ist weniger klimaschädlich als importiertes Gas, es trägt zur Volkswirtschaft bei und es bedeutet eine größere Energiesicherheit.

Die Plattform N05-A wird die erste Offshore-Produktionsplattform zur Gasaufbereitung in der Nordsee sein, die vollständig mit Windenergie betrieben wird. Zu diesem Zweck wird ein Kabel zum nahegelegenen deutschen Windpark Riffgat verlegt. Die Elektrifizierung der Plattform N05-A mit Hilfe von Windenergie bedeutet eine erhebliche Reduzierung der Emissionen. Die Emissionen der Produktionsplattform werden gleich Null sein und für das gesamte Projekt eine Reduzierung von 85 Prozent. Mit dieser Innovation will ONE-Dyas einen ernsthaften Beitrag zur Energiewende leisten.

Sichtbehinderung

Die Plattform liegt etwa 20 Kilometer vor der Küste nördlich von Schiermonnikoog und Borkum. Diese Plattform hat eine Höhe von ungefähr 50 Metern über der Wasseroberfläche und ist bei klarem Wetter von Schiermonnikoog und Borkum aus sichtbar. Die sichtbare Abmessung ist vergleichbar mit der Höhe vorbeifahrender Schiffe.

Bohrplattform (6. Juli 2017) ausgesehen vom Standort Badstrand de Marlijn, Schiermonnikoog. Diese temporäre Bohrplattform befand sich am vorgesehenen Plattformstandort und hatte eine Höhe von 138 Metern.

 

 

ONE-Dyas möchte die Sicht so weit wie möglich einschränken, indem es nur eine Plattform wählt. Der vorgesehene Standort bietet die besten Möglichkeiten, mehrere Gasfelder von einer Produktionsplattform aus zu erschließen. Gleichzeitig sorgt die nördliche Lage für minimale Sichtbarkeit von den niederländischen und deutschen Watteninseln aus.

Auswirkungen auf Natur und Umwelt

Die Plattform N05-A wird die erste Offshore-Gasbehandlungsplattform in der Nordsee sein, die vollständig mit Windenergie betrieben wird. Die Elektrifizierung der Plattform N05-A mit Hilfe von Windenergie bedeutet eine erhebliche Reduzierung der Emissionen von Methan, Stickstoff und CO2 . Die Emissionen der Produktionsplattform werden gleich Null sein, und für das gesamte Projekt sprechen wir von einer Reduzierung um 85 %.

Für das Bohren wird eine Bohrspülung verwendet. Diese Flüssigkeit transportiert das Bohrklein an die Oberfläche. Die Flüssigkeit sorgt auch für einen ausreichenden Druck im Bohrloch und schmiert den Bohrer. Der größte Teil des Bohrlochs wird mit wasserbasierter Bohrspülung gebohrt. In der Nordsee ist es gängige Praxis, das Bohrklein und die wasserbasierte Bohrspülung ins Meer zu leiten. Ölbasierte Bohrspülungen werden immer an Land abgeleitet und verarbeitet.

Eine Möglichkeit ist, auch die wasserbasierte Bohrspülung zusammen mit dem Bohrklein zu entsorgen. Die Entsorgung bedeutet aber auch, dass ein beträchtlicher Abfallstrom entsteht: für alle Bohrungen zusammen sind dies insgesamt 16.000 Tonnen. Die Beseitigung dieser Abfälle erfordert zusätzlichen Transport auf See und an Land und führt zu Energieverbrauch und Emissionen während des Transports und der Verarbeitung. Der Abfall nimmt außerdem Platz auf einer Deponie ein. In Anbetracht der relativ begrenzten Folgen der Einleitung für Natur und Umwelt und der geringen Vorteile der Entsorgung hat sich ONE-Dyas entschieden, bei der bisherigen Methode zu bleiben und das Bohrklein und den Bohrschlamm auf Wasserbasis zu entsorgen.

Die Auswirkungen wurden im Nature-Test untersucht.

Bauphase

Die Rammarbeiten während der Installation der Produktionsplattform sind die Hauptquelle für Unterwassergeräusche. Dies dauert etwa zwei Tage.

Das Pfählen der Ankerpfähle erfordert mildernde Maßnahmen. Um die Auswirkungen des Unterwasserlärms auf Meerestiere zu mildern, wird während der Rammarbeiten ein Glockenschirm um die Plattform herum aufgebaut. Dies führt zu einer erheblichen Reduzierung des Unterwasserlärms um 7 bis 11 Dezibel. Das bedeutet, dass der Lärmpegel innerhalb der niederländischen und (strengeren) deutschen Normen bleibt. ONE-Dyas hält sich die Möglichkeit offen, andere Lärmminderungstechniken anzuwenden, solange genügend Dezibel reduziert werden können.

Bohrphase

Die wichtigsten Lärmemissionen in der Bohrphase werden durch das Rammen der Leiter (maximal zwölf) verursacht. Jeder Dirigent benötigt etwa zwölf Stunden zum Stapeln. Nach Abschluss einer Bohrung wird eine VSP-Untersuchung durchgeführt. VSP steht für Vertical Seismic Profiling. Dies wird verwendet, um die durchbohrten Erdschichten im Detail zu kartieren. Die Schallwellen aus der VSP-Untersuchung (maximal fünf) verursachen ebenfalls Unterwasserlärm. Jede Studie dauert etwa einen Tag. Die Rammung der Schaffner und die Durchführung einer VSP-Untersuchung entsprechen den gesetzlichen Normen

Während der seismischen Untersuchung kommt es durch den Einsatz sogenannter „Luftgewehre“ zu Unterwassergeräuschen. Wenn eine angepasste Starttechnik („Soft-Start“) verwendet wird, werden Meeressäugetiere angeregt zu Beginn der Untersuchung von der seismischen Quelle wegzuschwimmen. Die Erfahrung der letzten fünf Jahre zeigt, dass vorübergehende oder dauerhafte Hörschäden dieser Tiere mit diesen Techniken ausgeschlossen werden können.  Untersuchungen haben gezeigt, dass die Meeressäugetiere innerhalb weniger Stunden nach Abschluss der seismischen Untersuchung zurückkehren.

ONE-Dyas möchte die Häufigkeit und Dauer des Abfackelns so gering wie möglich halten. Aus diesem Grund wird ONE-Dyas die Prüfung neu-erschlossener Gasfelder nach dem Bohren so weit wie möglich über das Handhabungsverfahren laufen lassen. Sollte dennoch ein Abfackeln erforderlich sein, wird ein Vogelbeobachter hinzugezogen werden um den geeigneten Zeitpunkt für das Abfackeln zu ermitteln. Das Abfackeln wird so oft wie möglich tagsüber durchgeführt. Dieses Protokoll wird von ONE-Dyas standardmäßig angewendet. Bisher gab es keine Zwischenfälle mit Vögeln.

Gasförderung und Naturentwicklung müssen sich nicht ausschließen. Fünfhundert Meter um eine Bohrplattform darf keine andere Aktivität stattfinden. Dies bedeutet zum Beispiel, dass keine Schifffahrt oder Fischerei mit grundberührenden Fanggeräten stattfindet. Dadurch kann sich das Meeresleben ungestört entwickeln. Die Plattform bietet ein hartes Substrat, auf dem sich Flora und Fauna (einschließlich Schalentiere) entwickeln können. ONE-Dyas möchte gemeinsam mit Naturorganisationen einen Monitoring-Vorschlag für neue Studien erarbeiten.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  1. Suspend: das Bohrloch wird mit einem Ventil verschlossen.
  2. Abandonment: Setzen von mechanischen und Zementstopfen in verschiedenen Höhen im Bohrloch. Anschließend werden die Dübel und der Leiter abgeschnitten und 6 Meter unter dem Meeresboden entfernt.

Am Ende der Förderung werden alle Bohrlöcher sabotiert. Die Plattform wird entfernt, die Verankerungspfosten der Plattform werden weggeschnitten und 6 Meter unter dem Meeresboden entfernt. So wird sichergestellt, dass sich kein Fanggerät dahinter verfangen kann. ONE-Dyas schreibt zunächst einen Arbeitsplan, der von der staatlichen Bergbauaufsicht genehmigt werden muss. Alles wird in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt, der in der Regel aufgrund der stattgefundenen Naturentwicklung besser ist als vorher.

ONE-Dyas ist sich bewusst, welche Auswirkungen das Projekt auf die Umwelt haben kann. ONE-Dyas möchte ein verlässlicher Partner und ein guter Nachbar sein. ONE-Dyas bemüht sich ausdrücklich und proaktiv um den Dialog und eine mögliche Zusammenarbeit mit den Stakeholdern. ONE-Dyas konzentriert sich darauf, eine Kumulierung auszuschließen, die Auswirkungen zu mildern und nach Möglichkeiten zu suchen, um durch einen Beitrag zur Energiewende und zur Entwicklung der Natur einen sozialen Mehrwert zu schaffen.

Kummulationstest

Die Forschung im Kumulationstest zeigt, dass es keine signifikanten Auswirkungen durch die Kumulierung der Auswirkungen der beabsichtigten Aktivität N05-A mit den Auswirkungen der anderen Aktivitäten, die (möglicherweise) in der Zukunft stattfinden, gibt. Um kumulative Effekte mit zukünftigen Projekten zu vermeiden, stellt ONE-Dyas selbst sicher, dass während der (gleichzeitigen) Durchführung der Projekte keine Akkumulation von Unterwassergeräuschen auftritt.

Bodensenkung

Die beabsichtigte Bodensenkung durch die Gasförderung wird auf weniger als 5 Zentimeter an der tiefsten Stelle des Senkungsbeckens nach Abschluss der Förderphase geschätzt. TNO und SodM bestätigen diese Berechnung und weisen darauf hin, dass das Bodensenkungsbecken vollständig in der Nordsee liegt und dass die Bodensenkungen die Watteninseln und das Festland nicht betreffen werden.

Die geologische Zusammensetzung im GEMS-Gebiet und das Reservoir, in dem sich Gas befindet, besteht aus gut durchlässigem Sandstein. Möglicherweise muss kein Fracking anwenden werden. Die Techniken, welche in gegebenen Fällen angewendet werden, einschließlich der möglichen Anwendung der hydraulischen Stimulation, sind im Extraktionsplan beschrieben.

Das beabsichtigte seismische Risiko durch die Gasförderung ist für die Gasfelder N05-A und N05-A-Nord vernachlässigbar, die damit in die niedrigste seismische Risikokategorie (SRA Kat. I) fallen. TNO und SSM schließen sich dieser Einschätzung an. Das Gasfeld Tanzanite-East hat eine Erschütterungswahrscheinlichkeit von 19 %, wird aber aufgrund genauerer Analysedaten ebenfalls in die niedrigste seismische Risikokategorie eingestuft. Aufgrund des geringen vernachlässigbaren seismischen Risikos und des großen Abstandes zu den Watten(inseln) und dem Festland sind von dieser Gasförderung keine nachteiligen Auswirkungen und Schäden durch Bodenerschütterungen zu erwarten.

Kollisionen

Die Schifffahrt ist innerhalb einer Zone von 500 Metern um eine Plattform verboten. ONE-Dyas führt stets mehrere Sicherheitsstudien für neue und bestehende Aktivitäten durch, darunter auch eine Studie über die Risiken von Kollisionen mit Schiffen. Die MARIN-Studie, die dem UVP (MER) als Anhang beigefügt wurde, zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Kollision mit der Plattform (Worst-Case-Ansatz) mit 1 / 273 Jahren berechnet wurde. Alle Plattformen sind mit einem Automatic Identification of Shipping System ausgestattet. (AIS-System). Dabei handelt es sich um eine Art Antikollisionssystem, das rechtzeitig vor einem herannahenden Schiff und damit einer möglichen Kollision Alarm schlägt. Der Einsatz von AIS reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Kollision, die im schlimmsten Fall mit einmal alle 273 Jahre berechnet wird, um weitere 75 %.